Das ist eine Exklusiv-Folge. Sie ist nur für Crew-Mitglieder zugänglich.
Exklusiv-Folge zur Podcast-Reihe „Dinge, die wir sind“
Das ist die dritte von vier Exklusiv-Folgen für Crew-Mitglieder, die im Rahmen der Podcast-Reihe Dinge, die wir sind erscheinen. In dieser Podcast-Reihe taucht Adolar mit dir in die Welt der Dinge ein. Ihr schaut euch an, welche tiefgehenden Verbindungen es zwischen Dingen und Menschen gibt – und woher diese kommen. In der Ethnologie heißt dieses Forschungsfeld Materielle Kultur.
Drei Beispiele, die zeigen: Die Bedeutung von Dingen kann sich im Laufe der Zeit drastisch verändern
Adolar befindet sich noch immer in einer Erinnerungskuppel am Raumhafen von Adogah. Das Headset sitzt, das iPhone ist verbunden – das ist der Ausgangspunkt für die ethnologische Frage dieser Folge:
Wie können sich die Bedeutungen von Dingen im Laufe der Zeit verändern – und was macht das mit unseren kollektiven Erinnerungen?
Adolar betrachtet in der Erinnerungskuppel ein Foto nach dem anderen und macht deutlich: Geschichten und Erlebnisse, aber auch Machtverhältnisse und gesellschaftliche Aushandlungen können die Bedeutungen von Dingen drastisch ändern. Dabei zieht er wieder Texte von Hans Peter Hahn und Russell Belk heran.
Objekt-Bedeutungen können sich leise, aber auch gewaltsam verschieben
Anhand einiger sehr verschiedener Beispiele zeigt Adolar, wie unterschiedlich dieser Bedeutungswandel aussehen kann:
- das Antikolonialdenkmal, das auch als Bremer Elefant bekannt ist
- Kirchenglocken
- die Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan
Manchmal geschieht ein solcher Bedeutungswandel langsam und leise, manchmal konflikthaft, manchmal brutal. Doch immer wird deutlich: Nicht das Objekt selbst verändert sich, sondern der Deutungsrahmen, in dem es gelesen wird. Geschichten, Machtverhältnisse, Werte und historische Erfahrungen bestimmen, was uns Dinge bedeuten.
Dinge, Zeit und kollektives Gedächtnis
Ein zentraler Gedanke der Folge ist dabei die Rolle der Zeit. Viele Dinge überdauern Generationen – und werden so Teil kollektiver Erinnerung. Doch auch diese Erinnerung ist nicht festgeschrieben. Bedeutungen können ergänzt, verschoben oder bewusst ausgelöscht werden.
Adolar knüpft hier an das Konzept des „Erweiterten Ich“ an und denkt es weiter: So, wie wir individuell Teile unserer Identität an Dinge binden, gilt Ähnliches womöglich auch auf kollektiver Ebene. Werden bedeutungsvolle Objekte zerstört oder umgedeutet, betrifft das nicht nur die Materie, sondern das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft.
In dieser Folge:
- Du erkennst, dass Objekte keine festen Bedeutungen haben, sondern dass sich diese über die Zeit verändern können.
- Du lernst, wie kollektive Erinnerungen an historische Dinge gebunden sind, die die menschliche Lebensspanne überdauern.
- Du erfährst anhand von passenden Beispielen, wie unterschiedlich ein Bedeutungswandel vonstatten gehen kann.
- Du siehst Parallelen zwischen dem subjektiven und kollektiven Umgang mit Dingen.
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Ethnologische Quellen in dieser Folge
· Hahn, Hans Peter 2005: Materielle Kultur. Eine Einführung. Berlin: Reimer Verlag
· Belk, Russell W. 1988: „Possessions and the Extended Self“. In: Journal of Consumer Research, Vol. 15, No. 2, S. 139-168






