AUF EINEN BLICK
In dieser Folge
- Du erfährst, warum Hans Peter Hahn Gegenstände als „widerständige Gegenüber“ bezeichnet.
- Du lernst, wie wir Dinge wahrnehmen und was das mit dem Erkennen von Möglichkeiten zu tun hat.
- Du verstehst, warum Kleidung als „soziale Haut“ gilt.
- Du erkennst, warum Ethnolog:innen immer sowohl Menschen, als auch Objekte betrachten müssen.
- Wahrscheinlich wirst du auch neugierig werden, wie weit die Wirkmächtigkeit von Dingen reicht.
INHALT
Auftakt zur Podcast-Reihe „Dinge, die wir sind“
In der Podcast-Reihe Dinge, die wir sind taucht Adolar mit euch in die Welt der Dinge ein. Ihr schaut euch an, welche tiefgehenden Verbindungen es zwischen Dingen und Menschen gibt – und woher diese kommen. In der Ethnologie heißt dieses Forschungsfeld Materielle Kultur.
Für Crew-Mitglieder erscheinen vier zusätzliche Exklusiv-Folgen, die die Themen der öffentlichen Folgen erweitern und vertiefen.
Wenn ihr diese Exklusiv-Folgen hören wollt, werdet Teil der Crew. Damit unterstützt ihr nicht nur diesen Podcast, ihr gebt ethnologischen Themen auch eine Bühne.
Adolar erhält endlich seine lang ersehnte Lieferung – und beginnt zu Grübeln
Nach langem Suchen hat Adolar die Packstation des Galactic Parcel Service gefunden und nimmt sein lange erwartetes Paket in Empfang. Es enthält einen Gegenstand, der etwas mit Adolars eigener Biografie zu tun hat.
Dieser Gegenstand löst Gefühle in ihm aus – und Adolar fragt sich: Woher kommt eigentlich diese starke Verbindung zwischen uns Menschen und den Dingen um uns herum? Wie kann das sein, dass Dinge so viel in uns auslösen?
Dinge sind „widerständige Gegenüber“, die wir wahrnehmen und empfinden
In seinem Einführungsbuch „Materielle Kultur“ schreibt der Ethnologe Hans Peter Hahn, dass Gegenstände einen Substanz-Charakter haben. Größe, Gewicht, Material und Form machen sie unterscheidbar von ihrer Umwelt. Sie treten uns als etwas Eigenständiges entgegen – als „widerständige Gegenüber“.
Hahn zeigt aber auch, dass unsere Verbindung noch viel tiefer geht: Wir sehen und fühlen Dinge nicht nur. Dinge wecken auch Erwartungen in uns. Zum Beispiel haben wir ein grundlegendes – sozial und kulturell vermitteltes – Verständnis davon, welche Möglichkeiten in Dingen stecken, z.B. wie sie benutzt werden können und wie nicht.
Wir nehmen Dinge also nicht nur sinnlich wahr, sondern empfinden sie auch. Wir spüren eine Art von Vertrautheit im Umgang mit ihnen.
Tiefe Verbindungen zwischen Menschen und Dingen
Unser Körperempfinden und unsere erlernten sozialen und kulturellen Normen ermöglichen uns dieses Empfinden von Gegenständen.
Aber es gibt da mehr: Unser Empfinden wird auch von den Gegenständen selbst bestimmt, von ihrer Substanz und ihrer Beschaffenheit.
Wir können sagen: Es findet ein ständiger Austausch zwischen uns Menschen und den Dingen statt, die sich mit uns im Raum befinden. Dieser Austausch bleibt meist unsichtbar, aber er wirkt konstant.
QUELLEN
Ethnologische Quellen in dieser Folge
- Hahn, Hans Peter 2005: Materielle Kultur. Eine Einführung. Berlin: Reimer Verlag
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