Dinge, die wir sind (3/4): Wie Gegenstände unseren Alltag ordnen - Anthronaut Folge 26

Dinge, die wir sind (3/4): Wie Gegenstände unseren Alltag ordnen

Folge 3 der Podcast-Reihe „Dinge, die wir sind“

In der Podcast-Reihe Dinge, die wir sind taucht Adolar mit euch in die Welt der Dinge ein. Ihr schaut euch an, welche tiefgehenden Verbindungen es zwischen Dingen und Menschen gibt – und woher diese kommen. In der Ethnologie heißt dieses Forschungsfeld Materielle Kultur.

Für Crew-Mitglieder erscheinen vier zusätzliche Exklusiv-Folgen, die die Themen der öffentlichen Folgen erweitern und vertiefen.

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Zwischen Raumhafen und Erinnerungskuppeln: Adolar erkennt, wie uns vertraute Gegenstände Struktur und Ordnung im Alltag bieten

Adolar befindet sich in der Parkanlage des Raumhafens von Adogah, einem lebendigen Knotenpunkt für Durchreisende. Zwischen startenden Raumschiffen, exotischem Grün und dem warmen Licht zweier Sonnen sitzt er inmitten eines Ortes des Übergangs: einem Raum, in dem man wartet, beobachtet und weiterzieht.

Hier entdeckt Adolar die Erinnerungskuppeln: begehbare Räume, in denen Fotos zu erlebbaren Erinnerungswelten werden. Als Adolar sein iPhone anschließt (ja, das geht!), steht er plötzlich wieder in seiner alten Wohnung, in den Straßen New Yorks oder an einer italienischen Strandpromenade. Bilder werden zu Räumen, Vergangenheit wird greifbar – und Adolar erkennt, dass Zuhause nicht nur ein Ort ist, sondern eine Menge mehr.

Vertraute Dinge helfen uns, uns in der Welt zurechtzufinden

Es sind nicht die großen Symbole, die dieses Gefühl erzeugen, sondern die kleinen Dinge des Alltags: die Kaffeetasse, der Schlüsselbund, die Möbel, ihre festen Plätze.

Diese Dinge schaffen Ordnung. Still, unauffällig, selbstverständlich. Erst wenn sie fehlen – zum Beispiel nach einem Umzug oder beim Urlaub in einer Ferienwohnung – oder wenn sie kaputt gehen, wird klar, wie sehr uns diese Dinge Orientierung geben.

Vertraute Alltagsgegenstände in vertrauten Umgebungen helfen uns, dass wir uns in der Welt zurechtfinden, sagt der Ethnologe Hans Peter Hahn. Objekte des Alltags stabilisieren unser Leben, ohne dass wir uns dessen normalerweise bewusst sind. Sie strukturieren Handlungen und ermöglichen Routinen.

Ordnung, Zeit und die Bedeutung von Dingen

Adolar erinnert sich an das Chaos, das entsteht, wenn diese Ordnung fehlt – etwa beim Steuern eines fremden Raumschiffs. Ohne vertraute Anordnung, ohne bekannte Objekte, wird selbst einfaches Handeln schwierig. Vertrautheit ist Voraussetzung für Kontrolle.

Gleichzeitig verändert Zeit die Bedeutung von Dingen. Bauwerke, Denkmäler oder religiöse Orte überdauern Generationen – doch ihre Bedeutungen bleiben nicht gleich. Sie wandeln sich, werden neu gedeutet, verlieren alte Funktionen und gewinnen neue. Dinge tragen Bedeutungen, aber diese Bedeutungen sind nicht statisch.

Adolar macht deutlich: Objekte haben Biografien. Sie verändern sich mit uns – und wir mit ihnen. Wer beginnt, diese Zusammenhänge zu sehen, erkennt: Dinge sind nie „nur Dinge“. Sie sind Teil unserer Identität, unserer Ordnung und unserer Geschichte.


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Ethnologische Quellen in dieser Folge

· Hahn, Hans Peter 2005: Materielle Kultur. Eine Einführung. Berlin: Reimer Verlag